Leserbrief in der Nidwaldner Zeitung, zum Artikel vom Donnerstag, 17. September 2015 / Seite 21

Ein Bagger und Nebel in Amtsstuben

Faszinierend was der Seebagger im Buocher Aawasserdelta leistet.
In der kurzen Zeit werden 12‘000 m3 Geschiebe aus dem Ausfluss entfernt und
damit ein bedeutender Beitrag zum Hochwasser- und Bevölkerungsschutz geleistet.
Es bleibt zu hoffen, dass die strengen Grenzwerte des Lärmschutzes eingehalten
werden können und zukünftig diese elegante Art der Kiesentnahme die
Sicherheit der Buochser Bevölkerung vor Hochwasser verbessert.

Die abschliessende Aussage des Amtsvorstehers, dass die ökologischste
Lösung ein grosses natürliches Delta der Engelberaa sei, erstaunt. Seit einigen
Jahren geistert die Idee der kleinen und grossen Deltaöffnung im Seefeld
durch die kreativen kantonalen Köpfe. Gegen die grosse Deltaöffnung haben
wir am 6. März 2014, 3000 Unterschriften bei der Baudirektion deponiert.
Der letzte freie Seezugang zwischen Buochs und Ennetbürgen soll einer
Steinwüste geopfert werden, angeblich aus ökologischen Gründen.
Die kleine Deltaöffnung würde ein Rückstau von Geröll und Kies nach sich ziehen.
Ob diese kreativen Köpfe auch richtig gerechnet haben, bleibt zu bezweifeln.
Tausenden von m3 Erde müssen dazu bewegt werden, Dämme abgebrochen und
Abwasser- und Stromleitungen umgelegt werden. Kosten im zweistelligen Millionenbereich.
Auf der anderen Seite fehlen der Bauindustrie die jährlich geförderten 12‘000 m3 Kies,
welches demzufolge aus den nationalen Kiesgruben der Nordwestschweiz mit gut 2‘500 LKW-Fahrten
in die Innerschweiz gekarrt werden müssen. Denn gebaut wird in der Region auch dann,
wenn sich Nidwalden eine Steinwüste gönnt. Was in dieser Gesamtbetrachtung noch ökologisch
sein soll ist nebulös. Es bleibt zu hoffen, dass sich in diesen Amtsstuben langsam die Nebel lichten.

Albert E. Frank, Präsident der IG-Pro Seefeld Buochs

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